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Hörtherapie...was ist das?

Von Uwe Karstädt, Bestseller-Autor und Heilpraktiker

Ich habe zusammen mit international angesehenen Kollegen eine neuartige Hörtherapie entwickelt. Diese von uns in der Praxis erprobte Therapie regt die Selbstheilungskräfte an und sorgt mit diversen Entspannungtechniken und prak-tischen Übungen für eine heilende Unterstützung bei folgenden Gesundheits-Problemen: Kofschmerz- und Migräne, Schlafstörungen, Depressionen, Tinnitus (Ohrensausen) Potenzstörungen, und Übergewicht.

Warum eine Hörtherapie? Das Auge bringt den Menschen in die Welt, das Ohr die Welt in den Men-schen." Diese Redeweise drückt perfekt und überzeugend aus, wie tief das Hören zum Menschsein gehört und sein Denken prägt. Das Hören ist der erste Sinn, mit dem der ungeborene Mensch seine Umwelt wahrnimmt. Bereits eine Woche nach der Befruchtung der weiblichen Eizelle können mithilfe eines Mikroskops kleine Ansätze der Ohrenbildung am Embryo festgestellt werden.


Etwa ab der 20. Schwangerschaftswoche funktioniert der Hörsinn, nimmt Töne auf und unterscheidet Stimmen. Etwas Besonderes ist die Stimme der Mutter: Sie wirkt beruhigend auf das Kind. Die Fähigkeit, musikalische Grundstrukturen wie Tonhöhe, Rhythmus und Klangfarbe zu erkennen, bringen Babys bei der Geburt mit ins Leben. Nach amerikanischen Forschungen werden alle Menschen mit dem absoluten Gehör geboren, also der Fähigkeit, Töne genau unterscheiden zu können. Unser Ohr ist das am feinsten gebaute Organ im Körper. Es kann mehr als nur Geräusche einfangen. Es steuert auch den Gleichgewichtssinn. Sollte dieser Sinn nicht mehr richtig funktionieren, ist uns andauernd schwindelig. Wir schwanken und wissen nicht mehr, wo oben und unten ist. Wir verlieren jeden Halt.

Viele Jahre glaubte man, das Ohr sei nach dem Auge das Organ, mit dem man am intensivsten und am direktesten Informationen aufnehmen könnten. Diese Annahme muss nun korrigiert werden. "Lange Zeit gingen Neurowissenschaftler davon aus, dass das Gehirn Bereiche für das Sehen, Bereiche für das Hören und Bereiche für den Tastsinn besitzt", sagt Mark Wallace von der Wake Forest Uni-versity in Winston-Salem, North Carolina. "Nun lernen wir allmählich, dass die-se Bereiche sich untereinander austauschen und dass, wenn ein Bereich schlecht arbeitet, die anderen einspringen können." Wallace und seine Kollegen setzten normalsichtige Versuchsteilnehmer in einen dunklen Raum, in dem gelegentlich Lichter aufleuchteten. Mühelos orteten die Probanden die Position der Lichtquellen. Gaben diese zusätzlich Töne von sich, erhöhte dies die Treffgenauigkeit nicht weiter, berichten die Forscher auf der Jahresversammlung der Society for Neuroscience in New Orleans. Das änderte sich jedoch, wenn sie ihre Probanden durch Brillen mit sechs Dioptrien stark kurzsichtig machten: Die Ortungsfähigkeit ließ drastisch nach, konnte durch die zusätzlichen Töne jedoch wieder auf das vorherige Niveau gehoben werden. Das zeigt:


Das Ohr kann sogar das Auge korrigieren, eine Fähigkeit, die man lange Zeit nicht für möglich gehalten hatte. Das, was wir hören, beeinflusst aber nicht nur in starkem Maße unsere Orien-tierung, sondern ebenso stark auch unsere Emotionalität und damit unser Wohl-befinden. Um dies besser zu begreifen, sollte man wissen: Das Gehirn bildet die gesehene und gehörte Außenwelt nicht einfach ab, wie das ein Fotoapparat oder ein Tonbandgerät tut. Es interpretiert die Signale von außen und setzt daraus eine ganz persönliche Welt zusammen. Aus den Signalen der Außenwelt wird so eine Innenwelt geschaffen. Sehr oft haben beide Welten nur wenig miteinander zu tun. Unser Gehirn erschafft nicht nur ein Abbild des Gesehen und Gehörten, sondern bewertet, analysiert und kommentiert es auch. So kann eine ganz bestimmte Musik unwillkürlich zärtliche Erinnerung an eine große Liebe hervorrufen. Das Gehirn produziert in der Innenwelt Bilder dieser Liebe. Es ist, als könnten wir Momente aus der Vergangenheit noch einmal spüren, riechen und mit all unseren Sinnen wahrnehmen. Wir können daraus folgendes Resumee ziehen:

Bekommt unser Gehirn ganz bestimmte Impulse durch Töne, Schwingungen, Harmonien, reagiert unser ganzer Organismus. Töne sind tatsächlich der direkteste Zugang zum Gehirn und zu unserer Innenwelt. Die Hörtherapie, von mir und einem internationalem Experten-Team entwick-elt, nutzt diesen Zugang so konsequent wie keine andere Therapie. Über speziell zu jedem Gesundheitsproblem entwickelte Musik, über gesprochene Visualisier-ungen und über sprachlich geführte Entspannungstechniken wird die Innenwelt des Betroffenen mit Harmonien stimuliert. Die Töne und Texte der Hörtherapie erreichen über das Gehirn und die vom Gehirn kreierte Innenwelt die Nerven und wirken so positiv auf den Hormon-haushalt und damit in der Konsequenz positiv auf den Blutdruck, die Herz-frequenz, die Atmung, die Verdauung, das Immunsystem und, und...

Die Hörtherapie bietet bei vielen gesundheitlichen und psychischen Problemen jeweils spezielle Musik, spezielle Übungen und damit spezielle Tonfolgen an, die über die Nerven direkt und ganz unmittelbar eine Harmonisierung der Kör-per-Chemie bzw. eine Steigerung des Heilungsprozesses einleiten. Wenn unser Nervenkostüm angegriffen ist, ist auch die Körper-Chemie durcheinander. Wenn unsere Seele trauert, ist dies auch eine Störung der Körper-Chemie. Bei Krank-heit ist die Körperchemie in Disharmonie. Bei Gesundheit ist die Körperchemie in Harmonie.

Eine einfache Erkenntnis, die jedoch einen sehr komplexen Hin-tergrund hat. Wie komplex unser Körper und seine Chemie ist, begreift man, wenn man weiß, dass unsere Leberzellen in jeder Sekunde unseres Lebens etwa 30 000 - 100 000 verschiedene chemische Vorgänge absolviert. Diese komplexe Körper-Chemie wird in der modernen Medizin oft mit chemischen Mitteln (Arzneien) konfron-tiert, mit zum Teil verheerenden Folgen, die in meinem Buch „entgiften statt vergiften“ ausführlich beschrieben sind. Die Hörtherapie greift direkt in die Körper-Chemie ein. Jedoch mit einem riesigen Unterschied zu allen Chemie-Bomben der Pharma-Industrie: Bei der Hörtherapie entscheidet der Organismus selbst, wie er auf das Gehörte reagiert und welche Mechanismen vom Gehirn und den daran angeschlossenen System in Gang gesetzt werden, um wieder in die richtige Balance zu kommen. Bei den eigenen Regelmechanismen gibt es keine Neben- und keine Wechselwirkungen, weil keine chemischen Substanzen von außen dazugegeben werden. Die Hörtherapie ist somit beste Hilfe zur Selbsthilfe und damit ein Medikament besonderer Art, mit dem der Organismus zum „inneren Heiler“ und damit zum klügsten und effektivsten aller Behandler wird.

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